Das Löwenmädchen

Am Freitag, 17. November 2017 um 17:30 Uhr. Eintritt 5 Euro


Lovekvinnen   Norwegen/ Deutschland 2016     Regie: Vibeke Idsoe
Buch: Vibeke Idsoe, nach dem Roman von Erike Fosnes Hansen
Darsteller: Rolf Lassgard, Mathilde Thomine Storm, Ida Ursin-Holm, Kjersti Tveteras, Aurora Lindseth Lokka, Connie Nielsen, Ken Duken,…
Länge: 126 Minuten  Verleih: NFP, Vertrieb: Filmwelt   Kinostart: 14.9.2017

In einer kleinen Provinzstadt in Norwegen kommt im Winter 1912 ein Mädchen zur Welt, dessen ganzer Körper von feinen blonden Härchen bedeckt ist. Für die damalige Wissenschaft ein kurioser, ein interessanter Fall. Evas Mutter stirbt bei der Geburt und ihr Vater, der Stationsmeister Arctander, will zunächst von dem „Löwenmädchen“ nichts wissen. Doch die kleine Eva wächst heran. Abgeschottet und versteckt vor der Neugier der Außenwelt, erschafft sie sich ihre eigene Welt, bis sie eines Tages den Mut findet, der Enge ihres Lebens zu entfliehen.

Dieser  Film wurde nicht nur in Norwegen gedreht, sondern  auch ganz in unserer Nähe, in Hollingstedt an der Treene. Hier ein Bericht aus den Schleswiger Nachrichten.

https://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/hollingstedt-kommt-ins-kino-id10249926.html

Weitere Dreharbeiten waren im Schloß Bothkamp am Bothkamper See.

Dazu auch: https://www.herrenhaus-bothkamp.de/presse/

 

„…Anderssein ist eines der immer wiederkehrenden Themen der Kunst und des Kinos, wobei der Blick oft von außen auf Menschen mit besonderem, ungewöhnlichem Äußeren oder Gaben gerichtet wird, auf den Umgang, die Integration oder Zurückweisung dieses Anderen. Zumindest in Ansätzen versucht Vibeke Idsoe einen umgekehrten Blick auf das Thema zu werfen und zu zeigen, wie sich ein Anderer fühlt. Kann das Gefühl, anders zu sein, jemals ganz verschwinden, so sehr die „normale“ Mehrheitsgesellschaft sich bemüht zu zeigen, dass man dazugehört? ... Doch auch wenn es Vibeke Idsoe nicht immer gelingt, die Romanvorlage überzeugend in einen zweistündigen Film zu übertragen, als ungewöhnlicher Blick auf den Umgang mit dem Anderen, dem Abweichen von der vorgegebenen Normalität, kann „Das Löwenmädchen“ immer wieder überzeugen.“  Michael Meyns, Programmkino.de

 

Auf ruhige Weise entwickelt der Film seine Figuren, die dem Zuschauer im Laufe der Handlung ans Herz wachsen. Zeigt der großartige Rolf Lassgard in der Rolle des Stationsmeisters Arctander zunächst noch seine mürrisch herrische Seite, so entblößt sich nach und nach sein weiches mitfühlendes Herz, mit dem er seine Tochter aufrichtig liebt. In der Rolle der Eva glänzen gleich drei verschiedene Jungdarstellerinnen, denen es jeweils gelingt, die Stärke, Unabhängigkeit und Ausstrahlung des jungen Mädchens glaubhaft zu verkörpern. Ein großes Verdienst der Maske ist es, dass man als Zuschauer das „Fremde“ in Evas Gesicht immer mehr als ganz natürlich annimmt und so die Schönheit und den unverhohlenen Mut erkennen kann, die sich in ihrem Ausdruck spiegeln. Eva wird zu einer Heldin, der man gerne durch die Geschichte voller Höhen und Tiefen folgt. Mit seinen warmen Bildern, seiner stimmungsvollen Musik und seiner grandiosen Ausstattung ist DAS LÖWENMÄDCHEN großes skandinavisches Kino für die ganze Familie.

Deutsche Film- und Medienbewertung